Sport für viele Kinder



Der Verein Wissen ist Zukunft in Konstanz (Wizik) hilft seit Februar 2006 Konstanzer Kindern in den Bereichen Bildung, Integration und Bewegung. Durch den 25. Konstanzer Altstasdtlauf erhält der Verein Geld, um seine Projekte ausbauen zu können.
Bewegung macht Spaß und Spaß haben sie gerne, die Kinder des Kindergartens Chérisy und der Kindertagesstätten St. Gallus und Dorothea von Flüe. Ein- oder zweimal im Jahr dürfen sie in die Litzelstetterstraße kommen und den Reithof Trab besuchen. Dort lernen sie die Pferde kennen, striegeln sie und reiten natürlich. Diese Erfahrung ermöglicht ihnen der Verein Wissen ist Zukunft in Konstanz (Wizik). Er unterstützt seit seiner Gründung im Februar 2006 Kinder in Konstanz bei den Themen Bildung, Integration und Bewegung. Nun soll Wizik durch das Rahmenprogramm des 25. Altstadtlaufs eine großzügige Spende erhalten, um seine Projekte ausbauen zu können: Peter Kolb, Inhaber von Intersport Gruner, veranstaltet am Dienstag, 6. Oktober, eine Sportmesse mit Vortrag des Laufexperten Matthias Marquardt (siehe Seite 6). Der SÜDKURIER unterstützt diesen Abend. Der Eintritt kostet vier Euro. Den Reinerlös möchte Peter Kolb Wizik spenden.
"Bei unseren Projekten geht es oft um das Gemeinschaftserlebnis", sagt Gabriele Weiner von Wizik. "Die Kinder reiten, die Eltern begleiten. So gehen die Kinder nach draußen und bekommen neue Anreize." Auch Kinder des Albert-Schweitzer-Kinderhauses und des Kindergartens St. Martin, der Gebhardschule und des Familienzentrums Stockacker profitieren von diesem Projekt. Wizik möchte einen Teil der Spende investieren, um den Kindern weiterhin fröhliche Stunden auf dem Reithof Trab zu spendieren.
Ein anderer Teil der Summe, die sich erst am Abend des 6. Oktober ergibt, will der Verein dem Familienzentrum Stockacker zur Verfügung stellen. Das Zentrum möchte nach und nach Bewegungsmaterial anschaffen, das auf die Pädagogik von Elfriede Hengstenberg zugeschnitten ist. Das sind große Bausteine wie Leitern, Hocker oder Balancierstangen, die auch in der Natur oder im Alltag vorkommen. Die Kinder sollen zum Kriechen, Krabbeln und Springen angeregt werden. Alle Materialien sind miteinander kombinierbar. Am Ende sollen sich die eingeübten Bewegungsabläufe auch auf andere Situationen übertragen lassen. Ziel ist, dass die Kinder lernen, wie sie sich verhalten, wenn es brenzlig wird oder wenn sie sich zu viel zugemutet haben. Die Bewegungsmaterialien, die sie dabei unterstützen sollen, sind teuer. Der Verein Wizik hat bereits das erste Stück für 800 Euro bestellt, weitere sollen folgen. Die Erzieher des Familienzentrums Stockacker freuen sich über den baldigen Einsatz. Sie haben schon eine Schulung mitgemacht. Gabriele Weiner würde mit dem Spendengeld gern auch ein neues Projekt ins Leben rufen: "Ich will Jugendlichen die Möglichkeit bieten, auf begrenzte Zeit in Sportvereine hineinzuschnuppern", so die 57-Jährige. Die Jugendlichen könnten zum Beispiel einen Monat lang einmal pro Woche verschiedene Sportarten ausprobieren. Aber eben nicht alleine, sondern in Begleitung Erwachsener, am besten von Jugendeinrichtungen. Die Motivation in der Gruppe sei höher. "Ich habe noch mit keinem Verein verhandelt, aber die Jugendeinrichtungen sagen mir, dass der Bedarf da ist", so Weiner. Ein Teil des Spendengeldes soll auch in bestehende Projekte fließen. Sehr erfolgreich läuft zum Beispiel ein Konzept, das sich um die Kooperation Eltern-Kita-Schule (Keks) kümmert und den Eltern Ängste vor Themen wie Zweisprachigkeit, Lesen oder Schularten nimmt. "Unser Verein hat seit seiner Gründung vieles im Bereich Integration angestoßen und auf deutscher und ausländischer Seite mehr Verständnis gefördert", sagt Gabriele Weiner. Ausländische Mütter gingen nun viel selbstverständlicher in Kindergärten und Schulen. "Ich freue mich sehr, dass Peter Kolb uns den Erlös des Abends mit Matthias Marquardt zukommen lässt", sagt Weiner. "Es ist toll, dass wir so gut bedacht werden."

Kirsten Schlüter